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Therapeutisches Rollenspiel mit Kindern

Das therapeutische Rollenspiel ermöglicht Kindern, eine Situation,
eine Haltung, das eigene Verhalten durch das nach- oder neuerlebte Handeln zu klären.

Im therapeutischem Rollenspiel werden Situationen, Konflikte, Phantasien und eigene Erlebnisse ins Spiel umgesetzt. Über das intensive Erfahren werden Möglichkeiten zur Änderung der Haltung
und des Verhaltens ausprobiert und in eigener Regie getestet.

Zentrale Konzepte dieser Arbeit sind Begegnung, Spontaneität
und Kreativität. Spontaneität ist eine adäquate Reaktion auf neue Bedingungen. In ihr finden wir Energie für kreative Prozesse.
Entscheidend ist nicht das Produkt, sondern der Prozess, der sich i
m Hier und Jetzt abspielt.

Wichtig ist lebendiges Spiel anstelle von eingeschränkten, kulturell oder traditionell vorgegebenen Rollen.

Das Rollenspiel steht im Mittelpunkt. In verschiedenen Rollen werden neue Einsichten und Erfahrungen gelebt, die Veränderungen ermöglichen und aufs eigene Leben als Rollenerweiterung übertragen werden können.

Therapeutisches Rollenspiel findet einzeln oder in Gruppen statt.

Kinder begreifen über Handlung und Tun. Im Rollenspiel setzen sie sich tätlich mit einem Thema auseinander.

Die Kinder fühlen sich im Spiel sicher; die Phantasie ist eine ihnen vertraute Welt.

Von mir als Erwachsener wird kompetentes Mitspielen verlangt, ein gänzliches Sich-Einlassen in dieses Spiel ohne störende Moral oder Zensur. Wenn ich in die vom Kind vorgegebene Rolle schlüpfe,
erfährt es Verständnis und Akzeptanz.

Was die Kinder in der Ergotherapie herstellen, findet in der Regel seinen Weg hinaus in die Welt. Das Kind kann sich mit seinem
Werk zeigen und holt sich Anerkennung. Dasjenige, was über das Rollenspiel in die Therapie hineingetragen wird, ist nur im Spiel zu sehen und bleibt in der Therapie zurück. Die neuen Verhaltensweisen, welche die Kinder über die Rollen ausleben - was sie mit viel Freude und Freiheit tun - werden sich aufs Handeln ausdehnen und auf das Alltagsleben übertragen.